Dienstag, 1. Dezember 2020

Corona-Frontbericht 1. Dezember 2020

Für Familie und Freunde
Reiner mit seim Maultäschle

Wir hatten die letzten Tage vor dem zweiten Lockdown, also Ende Oktober, noch einige Tage im Schwarzwald in unserem Lieblingshotel "Peterle" in Altglashütten-Falkau (Feldberggebiet) verbracht. Jedes Jahr fahren wir mindestens einmal dorthin, um stundenlang zu wandern und abends die wunderbare Küche zu genießen, die auch für eine Vegetarierin immer positive Überraschungen bereithält. 

Eine unserer Wanderungen führte uns bei regnerischem Wetter auf dem Martin-Heidegger-Weg rund um Todtnauberg. Der Weg ist unkomplizierter als sein Name befürchten lässt. Seltsam zu wandern im Nebel auf den Spuren Martin-Heideggers. Kein Sein im Nichts. Wenig helle Aussichten vom Weg des Denkens ins da-seiende Tal.

Beim Abschied vom Peterle, inspiriert von Zeit und Geist, habe ich ein bekanntes Gedicht parodiert:

Herbstleid

Herr, es ist Zeit, der Urlaub war sehr schön.
Leg deinen Schatten auf die Sonnenuhren,
denn auf den Fluren ist Corona los.

Wer jetzt ein Hotel sucht, findet keines mehr.
Wer jetzt zuhaus ist, wird es lange bleiben.
Wird wachen, grübeln, im Wohnzimmer unruhig wandern
Und ans Peterle denken, wenn die Infektionen steigen.
Reiner Alfons Wadel

Kaum zurück in Aglasterhausen, wurden wir für einige Tage in Unruhe versetzt. Eine Tochter Sabines verspürte plötzlich eine Erkältung und berichtete, dass sie nicht mehr richtig riechen könne (nämlich die verschissenen Windeln ihres Kindes). Es war falscher Alarm. Beide Tests waren negativ. Aber es ist eine Warnung für uns.
 
Sabine muss in die Schule und berichtet, dass es sehr schwer für ihre behinderten Schüler ist, sich an die Abstandsregel und die Maskenpflicht zu halten. Ich habe ihr jetzt FFP2-Masken besorgt um einen besseren Schutz zu gewährleisten. Das Kultusministerium in Baden-Württemberg hat überdies angekündigt, in den nächsten Wochen alle Lehrkräfte mit 90 FFP2-Masken auszustatten. Ich bin gespannt.

Der sanfte Lockdown, d.h. die Maskenpflicht auch auf den Straßen der Innenstadt und die Schließung von Restaurants, Cafés,  Kneipen, Sport- und Kosmetikstudios bedeutet für mich vor allem, dass ich nicht mehr mein Café in Darmstadt besuchen kann. Die liebgewordene morgendliche Routine aus Gang zum Caféhaus, Milchkaffee und Lektüre der FAZ muss für unbestimmte Zeit entfallen. Ansonsten business as usual. Viele klagen ja über denkbare Einschränkungen im Hinblick auf Familientreffen an Weihnachten. Sabine ist da ganz locker. Sie meidet schon immer, wenn es geht, größere Treffen. Ein totales Besuchsverbot wäre für sie kaum ein Problem. Vermutlich werden wir aber meinen Sohn mit Frau und Kindern in Leeheim treffen. Dort ist Platz und viel frische Luft, so dass wir mit 5 Erwachsenen und zwei Kindern den nötigen Abstand halten können. Wir werden sehen.

Ansonsten habe ich viel Freizeit und nutze sie, um mich politisch zu informieren, d.h. aktuell die Ereignisse rund um die amerikanische Präsidentenwahl zu verfolgen und versuchen, sie zu verstehen. Ich habe schon vor längerer Zeit begonnen drei Bücher im wahrsten Sinne zu studieren, die sich mit den Ursachen für den Aufstieg des Pleitiers und Dummkopfes Donald Trump zum Präsidenten beschäftigen. (Spoiler: Es ist die tiefe sozio-kulturelle Spaltung des Landes). 
Dazu demnächst mehr hier auf reinerw.blogspot.com.
 
Gesundheitlich geht es mir immer besser. Ich habe seit dem Absetzen der Hormontherapie wieder Muskelmasse zugelegt, d.h. ich kann ohne Probleme 1 Stunde laufen mit  Temposteigerungen und schaffe mittlerweile locker einen Schnitt von 10 km/h und besser. 
Im Dezember habe ich wieder eine Blutuntersuchung, ob der Krebs zurückgekommen ist.
Dann wird man sehen, wie es weitergeht.

Bleibt gesund und munter:
Reiner