Sonntag, 3. November 2019

Michel Houellebecq: Serotonin (einschläfernd)


Der Protagonist lebt (natürlich) in Paris mit einer Japanerin, die seltsame Sexualpraktiken betreibt, er verlässt sie und versteckt sich in einem Hotel, trifft eine alte Freundin (enttäuscht), mosert über den Zustand der französischen Welt und erinnert sich an die große Liebe seines Lebens.

So weit, so fad.

Immerhin finde ich eine berührende Szene:
"Ich fuhr am nächsten Tag nach dem Frühstück ab, im Schein einer strahlenden sonntäglichen Sonne, die einen Gegensatz zu meiner wachsenden Traurigkeit bildete. Wenn ich es mir heute wieder ins Gedächtnis rufe, wundert es mich,dass ich so traurig war, als ich langsam über die verlassenen Landstraßen entlang des Ärmelkanals fuhr. Wir wünschen uns, dass es Vorahnungen oder Zeichen gäbe, aber im Allgemeinen gibt es keine, und nichts ließ mich an jenem sonnigen und toten Nachmittag ahnen, dass ich Camille am nächsten Morgen wiedertreffen sollte und dass an diesem Montagmorgen die schönsten Jahre meines Lebens anbrechen würden." (S.146f)
Aber sonst eine vollständige Enttäuschung: Ich habe selten so einen schlechten Roman gelesen: banal, vulgär und langweilig. Ich schließe mich dem Urteil von Jürgen Ritte/ Deutschlandfunk an, für den die Provokation nur noch Pose und schlechtes Kabarett ist und nach den ersten sechzig Seiten die Langeweile beginne. Kein Vergleich mit "Die Unterwerfung", das mir sehr viel besser gefallen hat: Klick

(Ab damit zu Momox)