Mittwoch, 9. Februar 2022
Mein Amerika: Ein Jahr danach im TV
Montag, 31. Januar 2022
Wartet nicht auf bessre Zeiten ...
Darmstadt 31. Januar 2021: Inzidenz 63Darmstadt 31. Januar 2022: Inzidenz 1535.
Noch immer können viele Gesundheitsämter neue Corona-Fälle nicht an das Robert-Koch-Institut melden. Nach einem Update der vom RKI verwendeten Software kommt es schon seit einigen Tagen zu Verzögerungen bei der Falleingabe . Das Hessische Sozialministerium, das täglich in Zusammenarbeit mit dem RKI eine Übersicht über die Fallzahlen liefert, aufgeschlüsselt nach Kreisen und kreisfreien Städten, hat nun reagiert: „Aufgrund von Problemen bei der Bereitstellung der Daten durch das RKI kein Bulletin“, steht auf der Homepage des Ministeriums zu lesen.
Ansonsten gilt bei uns: Alle in der Verwandtschaft sind gesund, niemand aktuell infiziert oder gar erkrankt, fast alle vollständig geimpft. Alle Tests waren bisher negativ. Aber wir wissen auch: Früher oder später wird der Virus auch uns finden. Wir sind gewappnet!
Wolf Biermann:
Wartet nicht mit Eurem Mut
Gleich dem Tor, der Tag für Tag
An des Flusses Ufer wartet
Bis die Wasser abgeflossen
die doch ewig fließen
Sonntag, 30. Januar 2022
The Times They Are Not A-Changin' oder Beobachtungen in der Klinik
Es wird gegessen was auf den Tisch kommt!
Mitte Januar muss ich für zwei Tage in die Uni-Augenklinik. Als Beamter im Ruhestand habe ich natürlich den Status "Privatpatient".Am frühen Abend gibt es wieder ganz traditionell jugendherbergsmäßig Tee mit Wurst und Käse. Aber: Auch Gemüse wird gereicht! Sechs Stückchen gedünsteter Kohlrabi. Ich bin gerührt.
Sabine kommentiert das Foto: Was liegt denn da?? Die Finger der Köchin?
Patientenmanagement
Die Uniklinik ist eine hoch arbeitsteilig angelegte Gesundheitsfabrik. Wenn man nicht gerade bei seinem zugewiesenen Arzt ist, wird man von Abteilung zu Abteilung geschickt. Immer wieder Wartezeiten, umständliches Ausfüllen von Formularen und trotz Laufmappe wird doch ab und zu das gleiche abgefragt.Daten werden per Stift in Formulare eingetragen, sowohl von mir wie vom Hilfspersonal und später von den Ärzten in Dateien eingegeben und digitalisiert. Digitale Datenverarbeitung gibt es nur bei den technischen Geräten und im "Backend".
Alle sind im Stress und die Ursache liegt in der frühindustriellen Organisation. Das hier ist die Universitätsklinik XXX, eine weltweit renommierte Institution.
Betreuung
Was mir sofort auffiel ist die Diskrepanz zwischen dem pflegenden und dem verwaltenden Personal (Ausnahmen natürlich immer möglich). Das pflegende Personal auf der Station ist durchgehend freundlich und bemüht, den Bedürfnissen der Patienten Rechnung zu tragen. Man ist sehr selten ungeduldig. Es wird sogar hin und wieder gelacht!Donnerstag, 27. Januar 2022
Frankreichs deutsche Kinder
ARTE vom 18.1.2022 52:13
Mitte Januar habe ich einen Tipp zu einer Sendung auf ARTE, die mir buchstäblich durch die Lappen gegangen ist, aber ich konnte sie mir in der Mediathek ansehen und auch über https://mediathekviewweb.de/ downgeloaden. Es gibt eine thematisch ähnliche Sendung über die französischen Kinder deutscher Besatzungssoldaten mit ähnlich berührenden Erzählungen.
Ich denke, "berührend" beschreibt diese Sendung zutreffend. Oder wie anders soll man die Suche der beiden Frauen nach ihrer leiblichen Mutter bezeichnen? Eines Tages sozusagen aufzuwachen und zu wissen, dass noch irgendwo eine leibliche Mutter unbekannterweise existiert, schrecklich einerseits und vielleicht doch motivierend andererseits. Die Suche war in beiden Fällen erfolgreich, aber leider nicht bei beiden sehr beglückend, wenn ich das richtig verstanden habe. Ich vermute, die Schuldgefühle der Mütter waren doch zu groß um darüber hinwegzugehen - und die Enttäuschung bei den Frauen dann ebenso. Insgesamt eine gelungene Doku.
ABER: Die Auswahl des deutschen Historikers und der deutschen Historikerin fand ich ziemlich unglücklich. Die beiden haben sich m.E. viel zu wenig auf die tatsächlichen Verhältnisse eingelassen und ergehen sich m. E. viel zu sehr in allgemeinen Spekulationen über die Nachkriegsverhältnisse. So wenn die Historikerin Silke Satjukow von den Motiven der abgebenden Mütter spricht, die angeblich “nach den schrecklichen Erlebnissen des Krieges mit ihren Gefühlen haushalten mussten". Da ist m.E. dummes Zeug, denn die Frauen waren viel zu jung um an der Rheinschiene die vollen Schrecken des Krieges erleben zu können. Die meisten waren ins Hinterland evakuiert worden und arbeiteten als Arbeitsdienstmädchen in Haushalten kinderreicher Familien, weit weg vom Kriegsgeschehen. Im Südwesten waren die Verhältnisse eben anders als im Osten Deutschlands oder in den großen Industriezentren.
Schwach fand ich auch den Historiker Rainer Gries der sich ebenfalls mehr allgemein spekulierte als konkret zur Klärung der Verhältnisse in der französischen Besatzungszone beizutragen.
Das hätte man sich sparen können.
(Nebenbei: Auch die Behauptung, ein Besatzungskind galt als Schande, kann ich aus meinen Erlebnissen in Rastatt nicht bestätigen. In der eigenen Familie und "drumherum" gab es viele Besatzungskinder und auch Ehen mit französischen Besatzungssoldaten. Von Schande war da nie die Rede. Noch Jahre später gab es immer wieder Besuche aus Frankreich mit einer erklecklichen Kinderschar im Tross. Auch deutsche Männer hatten da Chancen. In einem Fall hatte ein deutscher Freund meiner Eltern eine Französin geheiratet und ist mit ihr nach Royan gezogen.)
Überzeugend hingegen fand ich den französischen Historiker, Yves Denéchère, Universität Angers, der die französische Bevölkerungspolitik konkret benennt und darauf hinweist, dass es einen Plan der französischen Behörden gab, möglichst viele Kinder französischer Besatzungssoldaten nach Deutschland zu holen um den Geburtenausfall als Folge des Krieges auszugleichen. Ein Plan, der übrigens scheiterte, denn es kam nur zu maximal 1500 Adoptionen.
"Was damals passiert ist, war sehr hart für die Kinder. Die Franzosen wollten sie haben unter dem Vorwand, sie seien Kinder französischer Soldaten. Und die Deutschen waren froh, dass sie die Kinder los wurden. Jeder hat so seine Schäfchen ins Trockene gebracht. Aber ich finde es gut, dass Deutschland heute sagt, du gehörst auch zu uns."
Eine informative, berührende Doku, auf ARTE online noch bis zum 22. April zu sehen!
Mittwoch, 26. Januar 2022
Vermischtes Fragwürdiges
Warum heißt es eigentlich "alkoholkrank" und "drogensüchtig" und nicht "alkoholsüchtig" und "drogenkrank"?
***
Der Fortschritt geht manchmal seltsame Wege
Dienstag, 25. Januar 2022
Über die Schwächen der Corona- WarnApp und des Warnsystems
Hinzu kommt: Seit Mittwoch bin ich stationär in der Uni-Klinik Heidelberg. Am Vortag, also vier Tage nach dem angeblich problematischen Kontakt, wurde ein PCR-Test gemacht, am Aufnahmetag ein Schnelltest. Die Ergebnisse bekam ich nicht mitgeteilt, aus der Aufnahme in die Klinik schließe ich aber, dass ich nicht infiziert bin. Einen Freistellungsbarcode o.ä. bekomme ich aber nicht.
Mein politisches Jahr...
... fängt gut an!
:Wer an den Tisch gehört
Quoten in der Politik dienen der Vielfalt demokratischer Repräsentanz, ihrer ganz figürlichen Außenwirkung, den Frisuren und Hautfarben und Kleidern. Aber vor allem den unterschiedlichen Blickwinkeln.
Montag, 10. Januar 2022
Sonntag, 2. Januar 2022
Die letzte Welle?
Zur Lage der Pandemie
"Hohe Infektionszahlen auch unter Geimpften treiben die Ausbreitung des Virus weiter voran, wenn es nicht durch Verhaltensänderungen der Menschen, sei es aus Einsicht oder unter politischen Auflagen, gebremst wird. Das kann durch massenhafte Krankschreibungen und Quarantäneanordnungen zum viel beschriebenen kurzzeitigen Kollaps in der Gesundheitsversorgung, anderer kritischer Infrastruktur, aber auch in Schulen und Produktionsbetrieben führen."„Wo aber Gefahr ist, wächst das Rettende auch“: Ermutigung mit Hölderlin. In unserem Falle heißt das laut SZ:
Langfristig könnte Omikron aber auch den Ausweg aus der Pandemie weisen: Ein Virus, dass sich so gut auch in der bereits geimpften oder genesenen Bevölkerung ausbreitet, hat das Potenzial, nahezu alle Menschen zu infizieren. Zudem weisen Daten aus Südafrika darauf hin, dass Menschen nach einer Omikron-Infektion sehr gut auch vor den anderen bekannten Virusvarianten geschützt sind. Für die Geimpften wäre das ein natürlicher Immun-Booster, für die Ungeimpften der mitunter gefährliche Erstkontakt mit dem Erreger.
Die meisten Fachleute halten es für wahrscheinlich, dass sich die Pandemie nach dem Durchzug von Omikron zur Endemie wandelt. Dass damit alle Probleme gelöst sind, sagt allerdings niemand vom Fach. Medizinisch beschreibt der Begriff das regelmäßige Auftreten einer Erkrankung in einer Region. Influenzaviren sind endemisch, HIV, Malaria in vielen Teilen der Welt.
Und natürlich kann Sars-CoV-2 auch jederzeit neue Varianten hervorbringen, so mutieren, dass es dem durch Impfung oder Infektion eigentlich vorbereiteten Immunsystem doch entgeht und wie ein neues Virus um sich greifen kann - also etwa so, wie im Frühjahr 2020 zuletzt geschehen. Das wäre der Beginn einer neuen Pandemie. Aber wer will sich so etwas schon vorstellen?
Vermischtes
* * *
https://www.tioranat.info/DE/14522180A )
Ich kriege das ganz große Kotzen. Und dennoch: Es gibt auch besonnene Menschen in Sachsen und mit denen bin ich solidarisch.
* * *
Aus der Serie "Mein Amerika- das Land der unbegrenzten Unmöglichkeiten".
* * *
"Zwischen den Jahren" habe ich endlich Zeit, ein wenig Ordnung im chaotischen Haushalt zu schaffen. Das Ergebnis befriedigt mich ungemein:
Ich wünsche allen Lesern ein glückliches und unbeschwertes neues Jahr!

