Darmstadt -> Aglasterhausen
One More Cup of CoffeeMorgen, am 15. Mai, sollen in Hessen wieder Cafés und Restaurants öffnen. An meinem Stammcafé tut sich aber noch nichts: Kein Aushang, keine Arbeiten, kein Mensch nirgends. Ich sehe also schwarz und werde meine Zeitung weiterhin am Kiosk kaufen müssen und den Kaffee beim Bäcker ToGo.
Die morgendliche Lesestunde ab 8 Uhr im Café war ein geliebtes Ritual seit meiner Pensionierung. Meistens war ich der erste und eine volle Stunde lang der einzige Besucher, so dass ich in Ruhe die FAZ lesen konnte und manchmal auch noch das Darmstädter Echo (unter Verächtern nur “Darm-Echo” genannt). Das Getränk, ein großer Milchkaffee, wurde ohne besondere Bestellung an den Tisch gebracht. Manchmal knüpfte sich daran ein kurzes Gespräch zwischen Tisch und Theke über den Zustand Darmstadts, des Fußballs und der Welt. Füllte sich das Café, ging ich nach Haus.
Es hätte gerne so bleiben können, aber dann kam Corona und mit dem Virus die Ausgangsbeschränkungen und Schließung des Cafés. Frau Merkel, musste das sein?
Ob das Café wieder öffnet? Wie gesagt, ich sehe schwarz, auch für die nächste Woche und hole schon mal den dunklen Anzug aus dem Schrank.
Ist ein Leben ohne Café möglich? Möglich aber sinnlos. Requiescat in pace.
Der aktuelle Stand:
Johns Hopkins meldet für heute, 14.5. 16:30 Uhr 174 098 Fälle, das ist innerhalb 24 Stunden ein Anstieg von 451 Fällen und damit um etwa 0,3%. Um 14 Uhr sind 9169 SARS-CoV-2-Fälle in Hessen bestätigt. Das sind 82 mehr als am Vortag. Ein Anstieg von etwa 0,9%. In Darmstadt gibt es einen neu gemeldeten Fall, ein Anstieg von ca. 0,5%.
Bezüglich der Daten und deren Aussagekraft gelten aber immer noch die Einschränkungen, die ich am 29.3. hier gemacht habe.
Süddeutsche Zeitung 9. April 2020
Körpertemperatur: 9:00 Uhr: 36,4°; 19:00 Uhr: 36,3°
8 900 Schritte.
