Dienstag, 5. September 2023
Dienstag, 15. August 2023
DörteHansenMittagsstundePlaylist
- Ich schau den weißen Wolken nach (Nana Mouskouri)
- Old man, look at my life (Neil Young)
- Schuld war nur der Bossa Nova (Manuela)
- Wir wollen niemals auseinandergehen (Heidi Brühl)
- The Times They Are a-changin’ (Bob Dylan)
- Kuckuck, Kuckuck, ruft’s aus dem Wald (H. von Fallersleben)
- Achy Breaky Heart (Billy Ray Cyrus)
- Schneewalzer (Peter Alexander)
- Love is a Stranger (Eurythmics)
- Am 30. Mai ist der Weltuntergang (Kurt-Adolf Thelen)
- Heart of Gold (Neil Young)
- Alle Vögel sind schon da
- Forever Man (Eric Clapton)
- Junge, komm bald wieder (Freddy Quinn)
- Frei, das heißt allein (Roland Kaiser)
- Völker, hört die Signale
- Rauschende Birken (Ernst Mosch)
- Oh Lord, won’t you buy me a Mercedes Benz? (Jannis Coplin)
- Happy Birthday (Stevie Wonder)
- Fast Car (Tracy Chapman)
- Ich tanze mit dir in den Himmel hinein (Willy Fritsch & Lilian Harvey)
- Comes a Time (Neil Young)
Sonntag, 9. Juli 2023
Klassenkampf von Oben
Die Frankfurter Allgemeine Sonntagszeitung vom 9.7.23 schlagzeilt:
FINGER
WEG VOM
ELTERNGELD
FÜR WOHLHABENDE!
Montag, 3. Juli 2023
Inge Joseph als Romanfigur
Bei meinen Recherchen zur Lebensgeschichte von Inge Joseph bin ich auf ein weiteres Buch gestoßen, das sich mit den jüdischen Kindern von Schloss La Hille beschäftigt.
Ich finde es generell legitim und prinzipiell sinnvoll, Zeitgeschichte in romanhafter Form darzustellen, weil viele, vor allem jüngere Menschen vielleicht nur so einen Zugang zur Zeitgeschichte finden. Und im Falle der ‘Aufarbeitung der jüngeren Geschichte des Antisemitismus” halte ich das sogar für notwendig und förderungswürdig. In diesem Sinne ist sowohl Franziska Geising als auch Eveline Hasler ein spannender und emotional mitfühlender Roman gelungen.
Dennoch habe ich in meiner Rezension des Romans von Eveline Hasler einige Vorbehalte geäußert, und diese Vorbehalte habe ich in noch größerem Maße gegenüber dem Setting von Franziska Geising.
Das fängt schon damit an, dass sie die Namen der handelnden Personen in nicht nachvollziehbarer Weise einmal originalgetreu wiedergibt und in anderen Fällen verschleiert. So wird Inge Joseph mit ihrem richtigen Namen genannt, während ihr Freund im Exil, Walter Strauss, den Namen “Chaim” erhält. Eine Begründung fehlt. Ähnlich verhält es sich mit anderen Akteuren.
Geradezu verstörend finde ich die Umbenennung von Rösli Näf in Rose Näf. Schon Eveline Hasler hat eine eigenwillige Umbenennung in Rösy Näf vorgenommen, und dieses Vorbild hat wohl Frau Greising bewogen, ihrer Vorgängerin zu folgen.
Im Unterschied dazu begründet sie aber die Umbenennung im Epilog des Buches. Ich gebe die Stelle ungekürzt wieder:
Darauf will ich wissen, was J. davon hält, wenn ich meine Figur im Roman Rose nennen würde, statt Rösli, wie sie sich nannte, und wie sie alle Dokumente unterschrieb.Für mich ist das eine unangemessene Selbstermächtigung, die in keiner Weise überzeugt. Schon die Sprache ist verräterisch: legte sie den Diminutiv ab. Nein, nicht Frau Näf hat diese Wendung vollzogen, sondern die Autorin. Was von ihr alleine gewollt war, wird als quasi naturgegeben verschleiert. Höhepunkt der Anmaßung ist es dann, der toten Rösli Näf ein mögliches Einverständnis zu unterstellen.
Er meint, sie habe halt tatsächlich Rösli geheißen. Ihr nachträglich einen andern Namen anzuhängen, das scheine ihm doch etwas fremd. Ich verstehe deine Einwände, gebe ich zu, lange Zeit hatte ich dasselbe gedacht. Und aus Respekt den Namen nicht angetastet. Doch es wollte mir je länger, je weniger gelingen. Der Name Rösli wurde der Frau, die mir aus den spärlichen Dokumenten, den Interviews und den paar Fotos entgegenkam, nicht länger gerecht. Es war wenig, was ich von ihr in Erfahrung bringen konnte, doch als ich anfing, dieses karge Material mit den Zeitumständen, der Umgebung, den Anforderungen, die an sie gestellt wurden, und schließlich mit den Tagebüchern und Erzählungen all derer abzu- gleichen, die von La Hille berichtet haben, legte sie den Diminutiv ab (der zu einem Teil ihrer Bescheidenheit zugeschrieben werden könnte) und wurde mehr und mehr zu Rose. Und mehr und mehr war ich überzeugt, sie hätte eingewilligt in den erneuerten Namen. Mir kam dabei auch Goethe in den Sinn, und ich dachte: Ein Röslein lässt sich brechen, mit einer Rose geht das nicht so leicht.
J. antwortet: Du bist die Autorin. Das respektiere ich. (S.496)
Es gibt einen weiteren Einwand gegen die Arbeitsweise der Autorin, den ich für noch schwerwiegender halte: Man bekommt beim Lesen den Eindruck, dass das Buch in weiten Teilen eine schamlose Übernahme der Vorlage von David. E. Gumpert: Inge - A Girl’s Journey through Nazi Europe ist.
Schamlos in meinen Augen deshalb, weil sie im Literaturverzeichnis unter der Überschrift "Literatur, die mich begleitet hat" die eigentliche Quelle mehr versteckt als offen zu legen. Offensichtlich vertraut die Autorin darauf, dass das englische Original im deutschsprachigen Raum zu wenig bekannt ist, als dass ihre Paraphrase des Originals erkannt würde. Viele Passagen werden fast wörtlich (in Übersetzung) übernommen, ohne dass dies kenntlich gemacht wird. Dazwischen gibt es immer wieder erfundene Dialoge, die Farbe in den Roman bringen sollen, vor allem was die Liebesbeziehung zwischen Inge und Walter betrifft. Realität und Phantasie vermischen sich, werden aber nicht offengelegt.
Sonntag, 2. Juli 2023
Schatten der Vergangenheit #1: Deutschland 2023
Freispruch für den Mediziner und Autor Sucharit Bhakdi
ENTWEDER kann Herr Grundmann nicht lesen, weil er Analphabet ist,ODER hier hat jemand bewusst einen Antisemiten decken wollen.
Samstag, 1. Juli 2023
Schatten der Vergangenheit #2: Historische Wurzeln
In ihren bereits 1945 erschienenen Aufzeichnungen schildert sie das Leben unter der deutschen Besatzung, die Unterstützung, die sie von vielen Franzosen erfährt, aber auch die Kollaboration und Judenverfolgung durch die Vichy-Regierung. Nach vielem Herumirren gelingt ihr nach dreimaligem Anlauf 1943 die Flucht in die Schweiz. Kurios: Sie hatte ein Einreisevisum für die Schweiz, aber als Jüdin keine Ausreiseerlaubnis aus Frankreich.
Bei der Lektüre erinnerte mich Vieles an die Berichte von Léon Werth ( Als die Zeit stillstand. Tagebuch 1940–1944) und Irène Némirovsky (Suite française), die ich schon vor längerer Zeit gelesen habe.
Plötzlich flog die Ladentür krachend auf und die Nazi- Blockwartin unseres Hauses stürmte herein. Eine Frau mit Gorgonenhaupt, in jeder Hand hielt sie zwei leere Konservenbüchsen.
»Verstehen Sie Deutsch?«, schrie sie.
»Ja, sicher«, sagte ich eher verwundert.
»Gehören Ihnen diese vier Metallbüchsen?«
»Das weiß ich nicht, ich werde meine Putzfrau fragen; warum denn?«
»Sie gehören Ihnen. Ich weiß es, und ich sage es Ihnen! Alle Deutschen wissen, für die Entsorgung von Konservenbüchsen gibt es einen anderen Behälter als die Mülltonne, eine eigene Kiste mit Aufschrift! Sie kriegen eine gesalzene Strafe! Die wird auf der Rechnung Ihrer ›guten Weihnachtsgeschäfte‹ stehen«, fügte sie mit hasserfülltem Blick noch hinzu.
Die Megäre zog von dannen. Ein bei dem Zwischenfall anwesender Diplomat erzählte, er habe mehrere Tage lang nicht gewusst, wie er eine Aluminiumtube loswerden sollte, denn sie trug die Aufschrift: »Nicht wegwerfen«. Er wagte nicht, diese Tube in den Papierkorb seines Hotelzimmers zu tun oder sich ihrer auf der Straße zu entledigen. Endlich kam er auf die Idee, sie in einer Apotheke abzugeben, wo man ihm im Namen der Partei Anerkennung aussprach. Diese Anekdote führte in dem Augenblick zu Gelächter, konnte das Unbehagen jedoch nicht zerstreuen. S.30f
Zwei Fragen ergeben sich für mich:
- Welche Farbe hatte die Mülltonne?
- Wussten Sie, dass die deutsche Lust an der Mülltrennung auch diese Wurzeln hat?
Rezensionsübersicht:
Perlentaucher
Sonntag, 9. April 2023
Gelesen März
Bücher: Gekauft und gelesen 2023 und früher
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