Freispruch für den Mediziner und Autor Sucharit Bhakdi
Der pensionierte Professor für Mikrobiologie: Sucharit Bhakdi.
Foto: Christian Charisius/dpa (Foto: dpa)
Das Amtsgericht im schleswig-holsteinischen Plön hatte Bhakdi, der als Ikone der "Querdenker"- Bewegung gilt, am 23. Mai vom Vorwurf der zweifachen Volksverhetzung freigesprochen. Das Gericht bewertete Reden des Angeklagten während der Corona-Pandemie als nicht strafbar.
Was hatte Bhakdi gesagt?
Kann man diesen Text anders verstehen als antijüdische Hetze im schlimmsten Nazi-Stürmer-Stil? Gibt es hier irgendeinen Spielraum der Interpretation: Das Volk der Juden, das Böses geschaffen hat, wie schon immer?
Richter Malte Grundmann am Amtsgericht Plön hatte in seiner Begründung gesagt, es sei nicht vollständig auszuschließen, dass Bhakdi mit seinen Äußerungen nur die israelische Regierung und nicht das Volk meinte.
Diese Begründung lässt für mich nur zwei Interpretationen zu:
ENTWEDER kann Herr Grundmann nicht lesen, weil er Analphabet ist,ODER hier hat jemand bewusst einen Antisemiten decken wollen.
Dass achtzig Jahre nach dem Holocaust ein solch skandalöses Urteil möglich ist,macht mich sprachlos. Aber genauso sprachlos macht mich, wie schnell dieses Schandurteil wieder aus den Medien verschwunden ist. Ich hoffe jetzt, dass die Beschwerde der Staatsanwaltschaft Erfolg hat und Bhakdi als das verurteilt wird, was er ist: ein Antisemit.
Quelle: Stern

