I was born with a plastic spoon in my mouth
The north side of my town faced east, and the east was facing south
“Seit einigen Jahren erregt in Paris eine neue Gemeinschaft Aufsehen. ‘Für G., natürlich’ lautet folgerichtig die Widmung in Didier Eribons Buch Gesellschaft als Urteil; ‘Für D. natürlich’ heißt es in Geoffroy de Lagasneries Werk Verurteilen. Der strafende Staat und die Soziologie. Édouard Louis hat seinen zweiten Roman Im Herzen der Gewalt Letzterem gewidmet; auf dem Umschlag erklärt wiederum Eribon, der Roman mache den 24-jährigen Louis ‘zu einem der bedeutendsten Autoren seiner Generation’. Französische Nahbeziehungen, offensiv transparent; alle drei Bücher sind soeben auf Deutsch erschienen.”Alexander Cammann: Didier Eribon und Geoffroy de Lagasnerie: Immer schön kritisch | ZEIT ONLINE, Dienstag, November 7, 2017
Wie man sieht: Die Mandarins von Paris sind in neuer Gestalt von den Toten auferstanden oder mit Marx: “das eine Mal als Tragödie, das andere Mal als Farce”, und wir sind hier bei der Farce.
Eribon, Louis und Geoffroy de Lagasnerie: Da werfen sich im Feuilleton drei Pariser Intellektuelle die Bälle zu, aber für mich ist das nur eine Luftnummer: Flaue Luft in einem porösen Schlauch.
Die Fortsetzung von Rückkehr nach Reims ist wohl kein großer Auflagenerfolg geworden, und auch die Aufmerksamkeit im Feuilletons hat sichtbar nachgelassen. Das ist verständlich, denn alles in allem ist “Gesellschaft als Urteil” ein ärgerliches, geradezu dummes Buch, das weder biographisch noch analytisch überzeugt und den Autor wieder einmal als großen Lamentierer und bramarbasierenden Schwätzer zeigt .
Ich versuche mein Urteil zu belegen.
I. Zum Inhalt:
Der Essay ist eine assoziativ strukturierte Auseinandersetzung mit Autoren, die sich im engen und weitesten Sinne mit Gesellschaftsanalyse auseinandergesetzt haben, insbesonders mit den Unterschichten. Darin verwoben werden Reflektionen zur Biographie und zum Einfluss, den einige französische Autoren schon in seiner Jugendzeit auf Eribon ausgeübt haben. Das reicht von Simone de Beauvoir und Claude Lévi-Strauss bis Trotzki und wird als Ganzes wieder als ‘Autoanalyse’ bezeichnet.Es beginnt mit einer geschwätzigen ‘Ouvertüre’ über die Mühen der Auswahl des jeweiligen Titelfotos beider “Reims”-Bücher und endet bei einem ebenso geschwätzigen wie inhaltsleeren Wortgebirge, das er ‘Epilog’ nennt. Dazwischen folgen Kapitel zur ‘Hontoanalyse’ (eine Auseinandersetzung über Motive zu dem neuen Buch, mit Verweisen auf Proust und Bourdieu), was ihm alles beim Lesen von Annie Ernaux einfällt (sehr viele Namen) und ein Kapitel ‘Gedächtnispolitik’ (im wesentlichen eine Auseinandersetzung mit Paul Nizan, Richard Hoggart und Raymond Williams). Der abschließende Epilog ist dann wiederum André Gide gewidmet.
II Stil: Eitelkeit, Larmoyanz, Selbstanklage und Größenwahn
Geschrieben ist das Buch leider in einem teils eitlen, teils larmoyanten Stil, durchzogen mit Zügen der Selbstanklage und Phrasen des Größenwahns. Beispiele:Eitelkeit:
Die für ihn quälende Auswahl des Titelfotos für sein Buch kommentiert er:
"Ich konnte mit mir zufrieden sein. Das Ergebnis war außerordentlich gelungen. Wie einfach es doch ist und wie angenehm, seinem eigenen Bildungsnarzissmus zu schmeicheln." (S.17)
Larmoyanz:
"Ich schämte mich dafür, dass ich mich für meine Mutter schämte und insbesondere für die Standpunkte, die sie zu dieser Zeit vertrat. [...] Ich schämte mich meiner sozialen Herkunft so sehr, dass ich sie auf keinen Fall in einem soziologischen Buch abgebildet sehen wollte. [...] Sich seiner eigenen Scham zu schämen genügt nicht, um diese auch effektiv zu vertreiben. Wochenlang marterte ich mich.” (S.70)
Selbstanklage:
“Ich erlebte das Glück einer 'Distinktion', die mich natürlich nicht nur von meinen Klassenkameraden abhob - daher eine Überheblichkeit, von der ich mich bis heute kaum befreien konnte -, sondern auch und vor allem von meinem Herkunftsmilieu und von meiner Familie. Es war das Glück einer Unterscheidung und Abspaltung, in dem die Voraussetzungen und Versprechungen des sozialen Aufstiegs schon sichtbar wurden. All das ist nicht besonders ruhmreich, das gebe ich gerne zu. Aber vielleicht war es notwendig. Und es ist die Wahrheit. Ich muss sie aussprechen." (S.117)
"Auf einer noch tieferen Ebene der Analyse muss man allerdings auch feststellen, dass man all die sanften Zwänge und Unterwerfungen, all das, was zum Einstieg ins kulturelle und intellektuelle Milieu (wenn man beispielsweise beginnt, Artikel oder Bücher zu veröffentlichen) notwendig ist, nicht nur erleidet, sondern dass man sich ihm auch bereitwillig unterwirft. Man sucht nach den Zwängen, man verlangt nach ihnen." (S.118f)
Größenwahn:
Ganz unbescheiden ist der Autor nicht:
"Ich hatte 'Rückkehr nach Reims in vielen Hinsichten als ein Nachfolgebuch zu 'Die feinen Unterschiede' konzipiert." (S.60)Und natürlich reiht er sich gerne in die Galerie der Großen ein:
"Die Autoren, die mir am meisten bedeutet haben, waren meist auch diejenigen, die mir deshalb etwas geben konnten, weil ihr Schreiben sich auf einer Sorge um die anderen gründete. [...] Großzügigkeit. Wie sollte man die Bücher Sartres, Beauvoirs, Bourdieus, Foucaults und das, was sie inspiriert hat besser beschreiben? (S.128f) [...] "Wie sehr ich mich gefreut habe, als mich nach dem Erscheinen meiner 'Reflexions sur la question gay' so viele Briefe erreichten, in denen Sätze standen wie "Sie haben mir das Leben gerettet" oder "Dank ihnen kann ich besser leben, und als sich nach 'Rückkehr nach Reims' Ähnliches wiederholte. Ich war selbst zu einem großzügigen Autor geworden, und diese Großzügigkeit hatte ihre Wirkung gezeigt." (S.129f)Geht's noch?
Eribon beschreibt ausführlich wie er sich dafür schämt, was er gerade veröffentlicht hat und im (deutschen) Feuilleton für Furore sorgt. Er verleugnet seine Mutter, seinen Vater, seine Herkunft, er schämt sich für alles was vor seiner akademischen Karriere war und was er danach gemacht hat - aber die öffentliche Beichte soll alles wieder gut machen. Ihm soll Generalabsolution erteilt werden für sein in den eigenen Augen schäbiges Verhalten. Man muss sich Eribon als zutiefst katholischen Autor vorstellen.
Ihm fehlt die Größe, die Leistungen seiner Mutter, seines Vaters, seiner Lehrer und Lehrerinnen anzuerkennen, die ihm dabei halfen, dass er den Weg heraus aus der Misere geschafft hat. Und ihm fehlt, als Soziologe, (!) das Interesse für die Analyse der Faktoren, die es ihm, aber nicht seinem Bruder ermöglichten, sozial aufzusteigen. Dafür nur Gejammere und Selbstmitleid. Alles war doch so schwer.
III. Zur Soziologie Eribons: Das fürchterliche Gesetz des Determinismus - Klassenflucht und Klassenverrat - die dualistische Gesellschaft
Dreh und Angelpunkt seiner Theorie ist das von ihm erfundene"fürchterliche Gesetz des sozialen Determinismus, das jedem Einzelnen einen Platz zuweist, das uns vorschreibt, wie wir uns zu verhalten haben, was wir zu sagen und wer wir zu sein haben." (S.53)Wer sich diesem Gesetz entzieht beginnt laut Eribon Klassenflucht, im schlimmsten Fall, als sozialer Überläufer, sogar Klassenverrat (S.122f) und hat sich dafür gefälligst zu schämen.
So räsoniert Eribon über die physische Ähnlichkeit zu seinem Vater, erkennbar auf einem Bild, das er zerriss:
“Natürlich gibt es eine physische Ähnlichkeit. [...] Was aber bleibt von diesen Ähnlichkeiten bei einem Klassenflüchtigen? Wie ist es bei einem sozialen Überläufer, bei dem sich die Unterschiede so stark herausgebildet haben, dass sie sich anschicken, die Ähnlichkeiten zu verdrängen?” (S.32)Und weiter
"Es stellt sich also die Frage: Wovor ist man geflohen? Wie holt man es wieder ein? Wie holt man die Vergangenheit seiner sozialen Klasse ein, wenn die Gegenwart dieser Klasse die Emanzipation von der sexuellen "Scham" so schwierig macht? Wie versöhnt man Ansätze, die sich vielleicht als widersprüchlich erweisen: Kann man die soziale und die sexuelle Scham überwinden? Wie soll man beiden zugleich (und weiteren Formen der Scham) im Denken gerecht werden?" (S.97)Dem theoretischen Modell aus sozialer Determination und sozialem Aufstieg als Klassenflucht und -verrat liegt wiederum ein dichotomisches Gesellschaftsmodell zugrunde, das nur eine sogenannte "populäre Klasse" (gerne auch im Plural) und die herrschende(n), die “wohlhabende Klasse(n)” (S.27) kennt. Alles dazwischen ist in seinem Weltbild irrelevant und spielt für ihn allenfalls in der Kritik an anderen Autoren (vor allem an Richard Hoggarth und Raymond Williams) eine gewisse Rolle.
"Ich benutze den Begriff populäre Klassen, weil er üblich ist, ich weiß aber auch, dass Wörter niemals unschuldig sind. Der ganz zu Recht verwendete Plural kaschiert die Gewalt, die diese inferiorisierende Bezeichnung in sich trägt. Der Zugang zur 'legitimen' Kultur markiert den Anfang einer aufsteigenden Bahn und somit auch des 'Klassenverrats'. Dieser lässt sich, in gewisser Weise, auch nicht vermeiden." (S.122f)(Siehe auch S.187, wo er Nizans Problem mit dem sozialen Aufstieg mit eigenen Erfahrungen als “Klassenverräter” vergleicht.)
IV. Meine Kritik an der Soziologie Eribons
Die begriffliche Grundlage seiner Soziologie ist dürftig: Ihr liegt die Vorstellung von einem vormodernen gesellschaftlichen Kastensystem zugrunde. Noch nicht einmal ein hierarchisches Klassen- oder Schichtmodell hat Platz in seinem Konstrukt, so 'modern' ist dieser Soziologe.Das mag aus der Sicht eines Intellektuellen, der es nicht geschafft hat im Zentrum der französischen Kultur, nämlich in Paris, Fuß zu fassen, vielleicht überzeugend zu sein. Es gibt aber eine Welt außerhalb dieses Zentrums: die Welt der Industrie, der wissenschaftlichen Forschung und andere Welten, die leichter zugänglich sind und in denen die soziale Herkunft eine geringere Rolle spielt. In dieser Welt der ‘Transclasses’ (Pascal Jaquet) gibt es tatsächlich sozialen Aufstieg, hier spricht kaum jemand vom "Klassenflüchtling" und von der Scham des 'transfuge de classe', sondern vom Stolz, es geschafft zu haben, trotz ungünstiger Voraussetzungen.
Was ist die These vom Klassenverrat anderes als ein Ausdruck eines extrem reaktionären Weltbildes, das jedem Gesellschaftsmitglied seinen Platz per Geburt zuweist, solange die große Revolution (das “Heil”) noch nicht realisiert wurde? Ein Gesellschaftsbild, das mehr dem indischen Kastensystem ähnelt als europäischer Realität. Ein Weltbild, in dem es nur 'die da oben' und 'die da unten' gibt und dazwischen nichts. Dabei hat schon die Soziologie des letzten Jahrhunderts die Mittelschichten und deren Ideologie zum Thema gemacht und die vielfältigen Auf- und Abstiegsprozesse dieser Schicht beschrieben, einschließlich der spezifischen Ängste vor Letzterem. Aber Begriffe wie Citoyen, Bourgeois, Parvenü, in Frankreich geprägt, existieren für Eribon nicht, und so lässt er auch unberücksichtigt, welche spezifischen Differenzen selbst in der ‘populären Klasse’ bestehen, wie man an der Biografie seines Kompagnons Louis erkennt, der seine Familie weit unter der Eribons stehen sieht, während die Eltern Annie Ernaux’, als selbständige Kleinkrämer und Cafébesitzer privilegiert, sich wiederum streng nach unten abgrenzen (siehe: Annie Ernaux, La Place; deutsch: Das bessere Leben).
Was also bei Eribon völlig fehlt, als Möglichkeit und Wirklichkeit sozialer Existenz, ist die französische Mittelschicht, wie sie neben anderen Yasmina Reza beschreibt, die “nicht ganz normale, weil etwas besserverdienende, Pariser Mittelschicht um die vierzig", deren Figuren sich "in einem leichthin perlenden Sprechblasenrausch um Kopf und Kragen" reden. (Iris Radisch, Warum ..., S.205). Eine soziale Schicht, der sich fast die Hälfte aller Franzosen zugehörig fühlt, und der zweifellos auch Eribon angehört.
Eribon kennt nur den Antagonismus 'Oben' vs 'Unten', und das auch nur in der besonderen Konstellation 'Oben in Paris' und 'Unten in der Provinz'. Dabei übersieht er völlig, dass dieser Gegensatz eher Ausdruck der Spaltung des Landes in Zentrum Paris und Peripherie Restfrankreich ist, als alles andere. Tatsächlich kennt er wie jeder echte französische Intellektuelle weder das Unten in Paris noch das Oben in der Provinz. Entsprechen kurzsichtig bleibt der Blick auf Frankreichs Totale, und all die feinen Unterschiede zwischen Oben und Unten, Paris und Provinz werden nicht gesehen. Ein merkwürdiger Soziologe ist das.
Einschub: Zu seiner Entschuldigung muss ich allerdings konzedieren, dass der Begriff “Populäre Klasse(n)” in Frankreich eine gern benutzte Vokabel für alles ist, was sich sozial zwischen Elite und “Unberührbare” bewegt und dabei mehr umfasst als der deutsche Begriff Unterschicht; siehe mein Post La France, Französisch and Me #3 - Les classes populaires.Man könnte versucht sein, dieses primitive Gesellschaftsbild auch damit zu erklären, dass Eribon der erstrebte soziale Aufstieg zwar gelungen ist, aber der Einzug ins Herz der französischen Kultur, nach ganz oben in den Kreis der Pariser Mandarins, nicht. Es hat halt “nur” für Amiens gereicht.
In seinem theoretischem Konstrukt ist Eribon in der Tat konsequent: Wer vom "fürchterlichen Gesetz des sozialen Determinismus” spricht, das jedem Einzelnen einen Platz zuweist, das uns vorschreibt, wie wir uns zu verhalten haben, was wir zu sagen und wer wir zu sein haben", kann den eigenen sozialen Aufstieg nur als Verrat empfinden, für den man sich rechtfertigen oder, in seinem Verständnis, sogar schämen muss.
Das Buch überzeugt mich vor allem deshalb nicht, weil es die Funktion hat sich dafür zu entschuldigen, dass sein Leben der eigenen Theorie vom "fürchterlichen Gesetz des Determinismus" nicht gehorchte, sondern dass er den ihm zugewiesenen Platz verließ und sozialen Aufstieg realisierte.
Welch eine Verwirrung.
Was Eribon macht ist allerdings ein gern gespieltes Melodram in Paris, das vom Intellektuellen handelt, der sich herzergreifend an die Brust klopft und mit erstickter Stimmer röchelt: Ich bekenne mich schuldig, ich habe Fehler gemacht - und ansonsten wie bisher lustvoll weitermacht im Spiel um die Deutungshoheit im intellektuellen Kleinklima. Dieses Stück hat man schon in Zeiten des Nachkriegskommunismus gespielt und Eribon spielt eine tragende Rolle mit neuem Text, aber alter Melodie (und erzielt damit einen Megaseller in Deutschland): Ich habe falsch gehandelt, meine Klasse verraten, kann aber belesen beweisen, warum alles so gekommen ist. Wir kennen diese Melodie.
V. Gibt es denn nichts Positives anzumerken?
Doch, es gibt auch sehr berührende Momente in seiner Schamanalyse. So, wenn er die Erweckungserlebnisse beschreibt, die sich ihm als Schüler und später als junger Student bei der Lektüre ihm noch gänzlich fremder Autoren einstellten. Berührende Darstellungen seiner Faszination für Lévi-Strauss, Simone de Beauvoir, ‘Duras und Lenin’ und vor allem für das soziale Umfeld dieser Lektüren, denn "Ich fühlte mich von diesen mythischen Wesen, von den 'Studenten im Quartier Latin', die 'angesagte' Bücher lasen, ausgeschlossen, verspürte aber auch eine entfernte, vage, noch nicht formulierte Lust, einer von ihnen zu werden." (S.115).Später, als junger Student, begeistert er sich für Sartres 'Saint Genet'. "Es war mir ein Überlebensratgeber, ein Handbuch mich selbst zu erfinden" (S.127). Wen würde das nicht berühren?
Ebenso überzeugt hat mich die Darstellung des Schicksals seiner beiden Großmütter, den Beschränkungen in ihrem Leben und den verzweifelten, aber letztlich ergebnislosen Versuchen, dem Elend zu entkommen - fast wie bei Annie Ernaux.
Hätte Eribon all diese berührenden Momente nicht mit einer dicken Sauce Sekundärliteratur übergossen und einer überreichlichen Sättigungsbeilage namens Theorie versehen, hätte es ein gutes Buch werden können. Aber leider, leider schreibt er zu seiner frühen Lektüre:
“Es war das Glück einer Unterscheidung und Abspaltung, in dem die Voraussetzungen und Versprechungen des sozialen Aufstiegs schon sichtbar wurden. All das ist nicht besonders ruhmreich, das gebe ich gerne zu. Aber vielleicht war es notwendig. Und es ist die Wahrheit. Ich muss sie aussprechen." (S.117)(In diesem Satz ist wieder alles enthalten, was ich Eribon vorwerfe: Larmoyanz, Eitelkeit, Selbstanklage. Man kann sich den Autor auch gut in einer Rolle als Angeklagter vor einem stalinistischen Schauprozess vorstellen.)
Es bleibt ein Buch voller weinerlicher Selbstanklagen, peinlichen Entschuldigungen und stellenweise einer gehörigen Portion Größenwahn. Im Grunde ungenießbar.
Schlusswort 1
Mit Sabine rede ich sehr oft über das Buch, vor allem wenn ich mich mal wieder richtig ärgere. Sie fragt mich, warum ich mir das antue, ich könne das Buch doch einfach beiseite legen. Ich hätte auf sie hören sollen.
Schlusswort 2
Gilles Deleuze: „Les intellectuels ont raison de se taire“
There's room at the top they're telling you still
But first you must learn how to smile as you kill
If you want to be like the folks on the hill
A working class hero is something to be
A working class hero is something to be
If you want to be a hero well just follow me
If you want to be a hero well just follow me
VI. Zum Weiterlesen:
Eribon und die Kraft der SchamVon Oliver Nachtwey SZ vom 10.10.2017
http://www.sueddeutsche.de/kultur/gegenwartsdiagnose-kraft-der-scham-1.3688157
Didier Eribon: "Gesellschaft als Urteil " Paradoxien der Scham
Deutschlandfunk LESART | Beitrag vom 19.10.2017
Von René Aguigah http://www.deutschlandfunkkultur.de/didier-eribon-gesellschaft-als-urteil-paradoxien-der-scham.1270.de.html?dram:article_id=398613
René Scheu: Denkt so ein Arbeiterkind?
NZZ 28.11.2017
https://www.nzz.ch/feuilleton/denkt-so-ein-arbeiterkind-ld.1332846
Didier Eribon und Geoffroy de Lagasnerie:Immer schön kritisch
Von Alexander Cammann Zeit Online 9. Oktober 2017
http://www.zeit.de/2017/41/didier-eribon-geoffroy-de-lagasnerie-franzoesische-linke



