Samstag, 1. April 2023

Heute vor 90 Jahren

(K)ein Samstag wie heute

Am 1. April 1933 kam es zum ersten deutschlandweiten Boykott jüdischer Geschäfte, Ärzte und Rechtsanwälte - Ein Samstag wie heute.


Ein Film
Auf VIMEO ist in einem Film mit Originalszenen Erschreckendes zu sehen. Beteiligte und Passanten zeigen oft entspannte, lachende Gesichter und erwecken den Eindruck, Zeugen eines lustigen, nicht weiter ernst zu nehmenden Happenings zu sein.
Welch ein Irrtum. Aber konnten sie wirklich ahnen, dass dies der Auftakt zum Völkermord war?

Auch in Darmstadt
Am 9. März 1933, drei Tage nach der Machtergreifung der Nazis in Hessen, gab es in Darmstadt die ersten Boykottaktionen durch die SA. Davon betroffen waren z. B. das Porzellangeschäft Rosenthal und die Warenhäuser Tietz (heute Kaufhof) und Rothschild (heute Henschel & Ropertz).
[...]
Das Hessische Landeskriminalamt ordnete bereits am 28. März 1933 die Schließung sämtlicher "jüdischer Geschäfte" mit der Begründung an, dass durch die Offenhaltung die öffentliche Ruhe und Ordnung gefährdet sei. Dem eigentlichen Boykott war Darmstadt damit um drei Tage vorausgeeilt. Am 1. April 1933 wurde auch in Darmstadt der zentral für das ganze Reich geplante sog. "Abwehrboykott" durchgeführt. Die Posten vor den Geschäften stellten die SS oder die SA, auch die Polizei war an diesen Maßnahmen beteiligt.

https://dfg-vk-darmstadt.de/Lexikon_Auflage_2/Arisierung.htm