Sonntag, 18. Juni 2017

Mayday, Mayday, Mayday

(Bullington Club 2, Class of '87: David Cameron; 8: Boris Johnson)

Über die Qualität der englischen konservativen politischen Klasse kann man sich nur wundern:
Ein Premierminister (Cameron), der ein Referendum über den Verbleib Großbritanniens in der EU durchsetzt um sich innerparteilicher Gegner zu entledigen, selbst aber für den Verbleib in der EU eintritt, die Abstimmung verliert und deshalb zurücktreten muss.

Ein Bürgermeister von London (Johnson), der die Front der Brexit-Befürworter anführt, aber nach dem Sieg sagt: "Danke, Jungs. War schön mit euch!" und sich aus dem Staub macht. Und dann als Außenminister wieder auftaucht, aber keine Ahnung hat.

Ein härtester Kämpfer für den Austritt (Nigel Farage), der nach dem Sieg den Parteivorsitz niederlegt und sich ausgerechnet ins Europaparlament zurückzieht.

Und eine Ministerin (Theresa May), die öffentlich gegen den Brexit auftritt - aber nicht zu oft und nicht sehr laut, zu den Verlieren also zählt, und nach der Niederlage das Amt des Premier Ministers übernimmt, im sicher geglaubten Aufschwung eine vorzeitige Neuwahl ansetzt, die absolute Mehrheit verliert und nun vom Wohlwollen einer kleinen, reaktionären Regionalpartei (DUP) abhängig ist, die am liebsten den Sexualverkehr am Sonntag abschaffen möchte.

Die Zügel fest in der Hand, der Karren im Dreck. Mal sehen, wann sich die Königsmörder aus der Kulisse trauen.

Mir tun die Briten leid: Nicht nur warmes Bier, dürftiges Essen, schlechtes Wetter und immer wieder versiebte Elfemeterduelle, sondern auch noch eine konservative politische Klasse, geprägt von Volltrotteln.


Zum Bullington Club: http://www.dailymail.co.uk/news/article-435875/Camerons-cronies-Bullingdon-class-87.html

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